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— Tritt man vor die Arbeiten der in Wien lebenden Fotografin Suzana Murati bemerkt man schnell, dass nicht ein Versuch die ‚Wirklichkeit‘ abzubilden, sondern ein Transformationsprozess anvisiert wird. In ihrer Bilderzeugung werden dabei ungezwungen bestimmte Aspekte ausgewählt, choreografiert und perspektivisch fokussiert. „Ich suche nicht – ich entdecke“, betont die gebürtige Nordmazedonierin und hebt ihre spontane Vorgehensweise, in der sie als explorative Beobachterin im richtigen Moment am richtigen Ort eine Stimmung mitnimmt, hervor. Dabei orientiert sie sich oftmals lediglich an sensibilisierenden Konzepten, so dass Überraschungen und Zufälle herausgefordert und vor allem nicht übersehen werden sollen. Selbst inszenierte Arbeiten bewahren durch eine defensive und achtsame Arbeitsweise ‚natürlichen‘ Charakter. Stimmungen werden festgelegt –  Platz für Veränderungen jedoch gegeben.

Zu ihren Hauptmotiven, neben der Modefotografie im Auftragsbereich, gehören spannende Schnittstellen von Architektur, öffentlicher Raum, Artefakte  und Sozialem.  Inspirationen werden durch teilnehmende Beobachtungen von Gegenständen und Menschen aus ihrem Leben und Alltag gezogen, sowie durch Reisen gewonnen und mit in die gewohnte Lebenswelt gebracht. Ein Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ein Großteil ihrer Arbeiten lässt sich der analogen Fotografie zuordnen. Ein Augenblick des Zeitnehmens, ein entdeckerischer Blick und ein angestrebter Bildausschnitt ist in den Arbeiten deutlich spürbar. Das erzeugt Spannung und lässt ein Gefühl des fokussierten Wachseins entstehen.

Digitale Fotografie wird jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen, solang die Vorgehensweise reflektiert und in ähnlicher Weise wie in der analogen Fotografie behandelt wird: „Im Grunde finde ich, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, womit man einen spezifischen Moment festhält. Nicht die Ausrüstung allein, sondern mein Vorgehen bestimmt das Ergebnis“.

Beim Rezipieren des ersten Kurzfilms „OMEGA“ aus dem Jahr 2018/19 ist eine Übertragung der feinfühligen fotografischen Vorgehensweise auf bewegte Bilder bemerkbar. Auch hier setzt sich eine konsequentes Muster auf Bildebene durch. Ein Film, den man immer wieder ansehen kann/möchte. —